
„In allem Chaos ist Kosmos und in aller Unordnung geheime Ordnung.“ — Carl Gustav Jung
Mich interessiert der Mensch im Spannungsfeld zwischen innerer Welt und äußerer Wirklichkeit.
In meiner figurativen Malerei beschäftige ich mich mit inneren und zwischenmenschlichen Zuständen und mit der Frage, wie sehr unser Erleben, unsere Beziehungen und unser Selbstbild von gesellschaftlichen Bedingungen geprägt werden. Individuelle Bedürfnisse treffen auf Erwartungen, Rollenbilder und soziale Normen; unbewusste Impulse wirken neben bewussten Entscheidungen. Mich interessiert besonders das Dazwischen – dort, wo widersprüchliche Empfindungen gleichzeitig bestehen und sich nicht eindeutig auflösen lassen.
Meine langjährige psychoanalytische Arbeit und die Auseinandersetzung mit der Analytischen Psychologie nach C. G. Jung haben meinen Blick auf diese Prozesse geschärft. Begriffe wie Schatten, innere Gegensätze oder unbewusste Dynamiken sind dabei keine Themen, die ich illustrieren möchte. Sie bilden vielmehr einen Erfahrungshintergrund, aus dem heraus ich den Menschen und seine Beziehungen wahrnehme.
Die menschliche Figur wird in meinen Arbeiten zum Träger dieser Spannungen. Naturalistisch ausgearbeitete Körper begegnen schattenhaften, fragmentierten oder abstrahierten Formen. Figuren überlagern sich, werden durchlässig, gehen ineinander über oder scheinen miteinander zu ringen. Die malerische Auflösung wird dabei selbst zu einer Möglichkeit, innere Bewegungen und Ambivalenzen sichtbar zu machen.
Dabei geht es mir nicht um psychologische Eindeutigkeit. Ich möchte vielmehr Zustände erfahrbar machen, in denen Nähe und Abgrenzung, Bedürfnis und Autonomie, Verletzlichkeit und Selbstbehauptung gleichzeitig vorhanden sein können.
Meine Arbeiten bewegen sich damit zwischen individueller Erfahrung und gesellschaftlicher Realität. Sie fragen danach, was uns prägt, was in uns wirkt und wie wir uns darin immer wieder neu positionieren.
Neben der figurativen Malerei arbeite ich weiterhin abstrakt und mit Landschaft. Auch hier interessieren mich Wahrnehmung, Veränderung und Transformation – jedoch zunehmend aus einer offenen, weniger gegenständlichen Perspektive.
Kurz-Vita
Hilla Hölter ist Malerin und lebt und arbeitet in Brandenburg und Berlin. Schon früh entwickelte sie ein Interesse an der Malerei. Nach ihrem Psychologiestudium in Berlin absolvierte sie eine Ausbildung zur Psychoanalytikerin in der Tradition der Analytischen Psychologie nach C. G. Jung und arbeitet seit 2000 in eigener Praxis.
Während der Pandemie entwickelte sich die Malerei für Hölter zunehmend zu einer eigenständigen künstlerischen Praxis neben ihrer psychoanalytischen Arbeit. Seither widmet sie sich intensiv der Weiterentwicklung ihrer Malerei und vertieft ihre künstlerischen Kenntnisse und Fertigkeiten durch Workshops und Kurse.
Ausgehend von Landschaft und Abstraktion hat sich Hölters künstlerischer Schwerpunkt zunehmend zur figurativen Malerei entwickelt. Im Zentrum ihrer aktuellen Arbeiten steht die menschliche Figur. Die langjährige Auseinandersetzung mit inneren Konflikten, unbewussten Prozessen und zwischenmenschlichen Dynamiken prägt dabei ihren Blick auf den Menschen ebenso wie die Frage, wie individuelle Erfahrungen durch soziale und gesellschaftliche Bedingungen beeinflusst werden.
Neben der figurativen Malerei entstehen weiterhin abstrakte und landschaftsbezogene Arbeiten.
Ausstellungen:
- 2026 Juli begleitende Einzelausstellung zu der Konzertreihe Begegnungen der Kulturpraline Tornow
- 2025 Juni bis Juli begleitende Einzelausstellung zu der Konzertreihe Horizonte der Kulturpraline Tornow
- 2024 13 .Oktober bis 20. Dezember Einzelausstellung Institut für Psychotherapie Berlin
- 2024 Juni bis Juli begleitende Einzelausstellung zu der Konzertreihe Duo und Trio der Kulturpraline Tornow
- 2023 Juni bis Juli begleitende Einzelausstellung zu der Konzertreihe Solo und Duo der Kulturpraline Tornow